Warmes Licht für eine offene Holzbalkendecke - ein Lichtkonzept für mehr Wohnlichkeit
- andreasbimesmeier
- vor 18 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Eine offene Holzbalkendecke kann einem Raum einen ganz besonderen Charakter geben. Die sichtbaren Balken schaffen Struktur, Wärme und eine natürliche Atmosphäre. Gleichzeitig stellt eine solche Raumarchitektur besondere Anforderungen an die Beleuchtung. In diesem Projekt in Bergisch Gladbach war genau das die Ausgangssituation: ein gemütlicher Wohn- und Essbereich mit sichtbarer Holzbalkenkonstruktion - allerdings mit einer Beleuchtung, die dem Raum nicht gerecht wurde.
Die Ausgangssituation - viel kaltes Licht, aber wenig Atmosphäre
Ursprünglich wurde der Raum lediglich über ein LED-Profil mit kaltweißem Licht beleuchtet. Mit einer Lichtfarbe von bis zu 5.000 Kelvin wirkte das Licht entsprechend kühl und technisch. Eine echte Grundbeleuchtung, eine gezielte Beleuchtung einzelner Bereiche oder eine wohnliche Lichtstimmung gab es nicht.
Gerade in einem Wohnbereich ist Helligkeit allein jedoch nicht das entscheidende Kriterium. Licht sollte sich gut anfühlen, unterschiedliche Bereiche unterstützen und sich an die jeweilige Situation anpassen lassen.
Die Aufgabe war deshalb klar:
Aus einer funktionalen, eher kühlen Beleuchtung sollte ein warmes und wohnliches Lichtkonzept werden, das die vorhandene Architektur unterstützt und den Raum abends wirklich angenehm macht.
10.2025 Bergisch Gladbach 10.2025 Bergisch Gladbach
Ausgangssituation: Das vorhandene LED-Profil erzeugte zwar Licht, wirkte mit seiner kaltweißen Lichtfarbe jedoch wenig wohnlich.
Das Lichtkonzept - indirektes und direktes Licht kombinieren Bei der Planung habe ich bewusst mit verschiedenen Lichtarten gearbeitet. Die vorhandenen sichtbaren Holzbalken sollten nicht verdeckt oder optisch überlagert werden. Stattdessen sollten sie erneut Teil des Lichtkonzeptes werden.

Dafür wurden entlang der Holzbalken eine indirekte Beleuchtung mit warmweißen LED-Profilen von Sigor Licht realisiert. Die Lichtquelle selbst tritt dabei möglichst in den Hintergrund. Sichtbar wird vor allem das Licht, das die angrenzenden Flächen und die Holzkonstruktion sanft aufhellt.
Zum Einsatz kommt eine warme Lichtfarbe von 2.700 Kelvin.
Das indirekte Licht schafft eine ruhige Grundstimmung und betont gleichzeitig die besondere Geometrie der offenen Decke.
Die indirekte Beleuchtung entlang der Holzbalken bringt Wärme in den Raum und betont die vorhandene Architektur.
Zwei Pendelleuchten für die direkten Lichtanteile
Ergänzt wird die indirekte Beleuchtung durch zwei dekorative, filigrane Pendelleuchten von Wever & Ducré. Eine größere Pendelleuchte befindet sich im Wohnbereich und setzt dort einen klaren, aber zurückhaltenden Lichtakzent. Über dem Esstisch wurde ebenfalls eine Pendelleuchte des selben Modells eingesetzt - allerdings kleiner und bewusst nicht mittig über der Längsachse des Tisches.
Warum die Leuchte nicht mittig hängt
Eine Leuchte muss nicht immer dort hängen, wo man sie auf den ersten Blick erwarten würde. In diesem Fall wurde die Pendelleuchte bewusst dezentral positioniert - ungefähr im Bereich von einem Drittel beziehungsweise zwei Drittel der Tischlänge. Dadurch entsteht ein etwas freieres und weniger statisches Gesamtbild. Gleichzeitig wird die Tischfläche gezielt mit Licht versorgt, ohne dass die Leuchte zwingend geometrisch exakt in der Mitte des Tisches sitzen muss.
Gerade bei einem großzügigen, langen Esstisch kann eine solche dezentrale Platzierung eine interessante Alternative zur klassischen Mittelposition sein.
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Indirektes Licht und dekorative Pendelleuchten verbinden sich zu einem ruhigen und wohnlichen Gesamtbild.
Weniger Leuchten, gezielter eingesetzt Das Konzept war bewusst schlicht gehalten. Es ging nicht darum, möglichst viele Lichtquellen im Raum unterzubringen. Entscheidend war vielmehr, die richtigen Lichtquellen an den richtigen Stellen einzusetzen.
Das indirekte Licht übernimmt die atmosphärische Grundbeleuchtung. Die Pendelleuchten setzen gezielte Lichtakzente und sorgen für direktes Licht dort, wo es benötigt wird. So entsteht eine Kombination aus:
indirektem, warmweißen Licht entlang der Holzbalken
direktem Licht über dem Esstisch
direktem Licht im Wohnbereich
bewusst gesetzten Lichtakzenten
einer einheitlichen und ruhigen Lichtfarbe - 2.700 Kelvin
Vorher LED-Profil Nachher LED-Profil
Das Ergebnis ist ein Lichtkonzept, das sich optisch zurücknimmt und trotzdem einen deutlichen Unterschied macht.
Flexible Lichtsteuerung mit Casambi
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Planung war die Steuerung.
Alle relevanten Leuchten und LED-Profile wurden mit Casambi-Modulen ausgestattet. Dadurch lässt sich die Beleuchtung drahtlos steuern und auf unterschiedliche Nutzungssituationen abstimmen. Für die Kunden wurden verschiedene Lichtszenarien vorkonfiguriert.
So kann beispielsweise beim Nachhausekommen eine andere Lichtstimmung gewählt werden als beim gemütlichen Abend auf dem Sofa. Ebenso können einzelne Leuchten oder Leuchtengruppen gezielt gedimmt werden.
Gesteuert wird das System unter anderem über eine Casambi Xpress Fernbedienung, die wie ein normaler Lichtschalter an der Wand befestigt wurde. Der Vorteil: Die Bedienung bleibt trotz der technischen Möglichkeiten sehr einfach. Die Kunden müssen sich nicht jedes Mal mit einer komplexen Steuerung beschäftigen, sondern können mit wenigen Tastendrücken die gewünschte Lichtstimmung abrufen.
Die fertige Beleuchtung: warmes, indirektes Licht betont die Holzkonstruktion und schafft eine angenehme Atmosphäre im Ess- und Wohnbereich.
Licht, das sich an den Alltag anpasst
Eine gute Lichtplanung endet für mich nicht bei der Auswahl einer Leuchte. Entscheident ist, wie sich das Licht im Alltag nutzen lässt.
In diesem Projekt können die Bewohner unterschiedliche Lichtstimmungen abrufen und die Helligkeit an die jeweilige Situation anpassen. Theoretisch lässt sich ein Casambi-System darüber hinaus auch mit zeit- beziehungsweise automatisierungsabhängigen Funktionen erweitern. Damit kann Licht beispielsweise abhängig von der Tageszeit oder definierten Abläufen automatisch gesteuert werden.
Die Technik bleibt dabei im Hintergrund - das Ergebnis ist einfach nur ein Raum, der sich zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich anfühlt.
Das Ergbenis - wärmer, ruhiger und wohnlicher
Aus der Ursprünglichen, kaltweißen LED-Beleuchtung ist ein mehrschichtiges Lichtkonzept entstanden. Die warmweiße indirekte Beleuchtung lässt die Holzbalken stärker zur Geltung kommen und gibt dem Raum eine angenehme Grundstimmung. Die Pendelleuchten ergänzen das Konzept um direkte Lichtanteile und setzen gleichzeitig dezente gestalterische Akzente. Besonder wichtig war dabei, dass die Beleuchtung nicht zum Selbstzweck wird.
Die Leuchten sollen den Raum unterstützen - nicht den Raum dominieren.
Genau das war auch das Ziel dieses Projektes: eine Beleuchtung zu schaffen, die nicht nur gut aussieht, sondern sich im Alltag gut anfühlt. Die Rückmeldung der Kunden zeigt, dass dieses Ziel erreicht wurde: Der Raum wirkt heute deutlich wärmer, weicher und wohnlicher.
Fazit: Gute Lichtplanung beginnt mit dem Raum
Sichtbare Holzbalken, eine offene Decke und großzügige Wohnbereiche bieten viele Möglichkeiten für eine individuelle Lichtplanung. Gleichzeitig muss die Beleuchtung sorgfältig geplant werden, damit die Architektur nicht überstrahlt wird. In diesem Projekt lag die Lösung nicht in einer Vielzahl unterschiedlicher Leuchten, sondern in einem klaren Zusammenspiel aus indirektem Licht, gezielten direkten Lichtquellen und einer flexible Steuerung.
Das Ergebnis ist eine Beleuchtung, die sich an den Raum und seine Bewohner anpasst - vom ersten Einschalten beim Nachhausekommen bis zum entspannten Abend auf dem Sofa. Ein Lichtkonzept für mehr Wohnlichkeit.
Projektdaten auf einem Blick: Projekt: Einfamilienhaus
Ort: Bergisch Gladbach Bereich: Wohn- und Essbereich mit offener Holzbalkendecke
Planung: AB-Licht Lichtplanung Andreas Bimesmeier
Montage: AB-Licht Lichtplanung Andreas Bimesmeier
Beleuchtung: LED-Profile 2.700K - Sigor Licht
Pendelleuchten Kujo 1.0 und Kujo 2.0 - Wever & Ducré
Steuerung: Casambi, Fernbedienung Xpress
Umsetzung: 10/2025
Sie Planen eine neue Beleuchtung für Ihr Zuhause?
Ob Neubau, Sanierung oder die Optimierung einer bestehenden Beleuchtung: Ein gutes Lichtkonzept berücksichtigt nicht nur die Leuchten, sondern den gesamten Raum, seine Architektur und die späteren Nutzungsgewohnheiten.
08/2026 ABi
